Martin Lange (*1983 †2011)


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KULTur im LeipzIGER OSTEN_Januar 2014

Wider das Vergessen

Unter dem Titel „Verschleppt ans Ende der Welt“ lässt Freya Klier elf überlebende Frauen zu Wort kommen und erzählt deren bewegende Geschichte.

Mit dem Vorrücken der Roten Armee Ende 1945 werden Hunderte, Tausende, Hundertausende Menschen in das sowjetische Hinterland deportiert und zur Abarbeit der deutschen Kriegsschuld gezwungen. Im Wald, beim Straßenbau, auf der Kolchose, im Schacht. Den oft unmenschlichen Bedingungen fiel rund ein Drittel der Menschen zum Opfer. Hunger, Kälte, Krankheiten – machten vor allem den zur Zwangsarbeit verschleppten Frauen zu schaffen.
Schicksale, die oft bis heute nicht aufgearbeitet werden konnten.

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Freya Klier hat für ihr Buch Überlebende dieser Tragödie aufgespürt und interviewt.

Am 11. Januar 2014 wird Else Thomas, die diese Hölle überlebt und heute mit 87 Jahren ihr Schweigen gebrochen hat, über diese Zeit berichten.
Ermuntert von Freunden und der Familie spricht sie bewegend und bewegt, erschütternd und trotzdem zugleich optimistisch zu einem der dunkelsten Kapitel menschlicher Erniedrigung.

Termin:
Am 11. Januar 2014 ab 15:00 Uhr.
In der Eventhalle des Bestattungshauses Hoensch.
Waldbaurstr. 2 A in Leipzig
(hinter dem Parkplatz vom Netto-Einkaufszentrum).

Der Eintritt ist frei.
Aufgrund der zu erwartenden großen Resonanz empfehlen wir rechtzeitige Voranmeldung unter Tel. Leipzig 244 144 oder per e-mail kultur@hoens.ch.

(c)Casus. 2013
Text: Teilweise aus Freya Klier „Verschleppt ans Ende der Welt“, erschienen bei Ullstein, Umschlagseite

Hilfe, in Kindermärchen wird ja nur so gestorben!

Am 20. November fand die Veranstaltung zu Trauerkulturen der Welt in der Bunten Büchothek in der Konradstraße 60 A statt. Die Referenten aus Ägypten, Russland, Türkei, Bulgarien und Vietnam konnten die anwesenden Kinder mit den von ihnen vorgetragenen Märchen für das Thema interessieren. Für Erwachsene gab es in der anschließenden Diskussion Raum für Fragen und interkulturellen Austausch. Die Ägypterin Mona Enayat stellte zum Beispiel die von ihr aus dem Arabischen neu übersetzten Bücher vor, in denen das Sterben als Bestandteil einer Erneuerung der Gesellschaft thematisiert wird. Frau Enayat betonte die Notwendigkeit, dass die Realität des Sterbens abseits falscher Beschönigung und Verharmlosung auch in der Kinderliteratur aufgezeigt werden muss. Die Beträge von Frau Kapisiz (Türkei) und Frau Enayat beleuchteten die wichtigsten Rituale der islamischen Trauerkultur, welche sowohl in Ägypten als auch in der Türkei gepflegt werden. Das Gedenken an die verstorbene Person nimmt dabei den zentralen Platz ein. Aber auch in Russland und Vietnam werden die Verstorbenen durch Gedenkrituale geehrt. Herr Luu Nguyen-Huu führte mit einer Legende auch in die Jenseits-Vorstellungen der vietnamesischen Kultur ein. Hierbei bildet der Tod einen spirituellen Übergang zwischen zwei nebeneinander existierenden Welten.
Mit dem Publikum wurde gemeinsam diskutiert, inwiefern die Andachtsrituale (z.B. gemeinsames Essen zum Ehren des Verstorbenen), die in vielen Kulturen vorkommen, zur Trauerbewältigung dienen. Die eher humorvollen Geschichten aus der Türkei und Bulgarien haben zur entspannten Unterhaltung über die Trauerkulturen und den Tod wesentlich beigetragen.

Die Veranstaltung wurde von Herrn Stefan Seidel moderiert, der als im Bestattungswesen tätiger Bildhauer das Thema auch aus seiner beruflichen Perspektive beleuchten konnte. Wir danken herzlich allen Teilnehmenden, Frau Mona Ragy Enayat, Frau Kapisiz, Herrn Nguyen-Huu, Frau Dobreva sowie Herrn Seidel für die Organisation und Moderation der Veranstaltung.

Großer Dank gilt außerdem unseren Gästen für ihr Interesse und die aufgebrachte Aufmerksamkeit. Herr Luu Nguyen-Huu überreichte Herrn Seidel eine DVD mit einer Gesamtaufnahme von der buddhistischen Bestattungszermonie eines Familienoberhauptes in Vietnam. Da die Vorführung des fast zweistündigen Films den Rahmen der Lesung gesprengt hätte, so wird die Aufnahme im Rahmen einer eigenständigen Kultur-im- Leipziger Osten-Veranstaltung im Mai 2014 gezeigt. Alle Interessierten sind schon jetzt in die Waldbaurstraße 2a herzlich eingeladen. Der genaue Termin wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Alexandra Räsack,  Stefan Seidel