KULTur im LeipzIGER OSTEN_März 2014

Geliebter Schmerz

Autor David Wonschewski liest aus seinem neuesten Roman und signiert Ihr persönliches Exemplar.
Der Autor garniert seine Lesereisen mit hochkarätigen Gästen, die das Programm musikalisch begleiten.
Dieses Mal dabei: Nadine Maria Schmidt, die justament ebenfalls den CD-Neuling „Lieder aus Herbst“ mit ihrer Band und zahlreichen Studiomusikern eingespielt hat. Erscheinungstermin ist – wie originell – der Herbstanfang.

Im Rahmen der Buchmesse und „Leipzig liest“ präsentieren wir:
David Wonschewski und Nadine Maria Schmidt, Solo und im Duett!

Download ProgrammflyerEin junger Mann entdeckt endlich das Leben, als sein geliebter Vater im Sterben liegt. Ein anderer hat die Chance, für einen einzigen Mord Millionär zu werden. Und dann ist da noch der unsichtbare Kioskbesitzer, der in der Vergangenheit wohnt und alles, vor allem sich selbst, längst verloren hat. David Wonschewski richtet in seinen Erzählungen einen Scheinwerfer auf die zuckende menschliche Psyche, aufgespießt von der Nadel einer kalten, erfolgsorientierten Gesellschaft. Seine Protagonisten drohen, im Strudel ihrer verdrehten Emotionen unterzugehen, bis sie erkennen, dass im Zulassen des Schmerzes ihre einzige Rettung liegt. Wonschewskis Kurzgeschichten sind bissig, bitterböse, zynisch. Und zugleich zum Weinen schön. „In deiner Liebe kannst du dich täuschen. In deinem Schmerz nicht. Geliebter Schmerz.“

David Wonschewski (*1977) wuchs im Münsterland auf und war über zehn Jahre als Musikredakteur u.a. bei 104.6 RTL, Berliner Rundfunk und rs2 tätig. Der mittlerweile freiberufliche Musikjournalist lebt in Berlin und ist Begründer des Liedermachermagazins “Ein Achtel Lorbeerblatt” und sitzt seit 2013 in der Jury der renommierten Liederbestenliste. Sein von der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft empfohlener Roman “Schwarzer Frost” erschien Ende 2012 bei Periplaneta und hat ihm erste Vergleiche mit Autorengrößen wie David Foster Wallace, Bret Easton Ellis oder eben Thomas Bernhard eingebracht.

Nadine Maria Schmidt (*wird nicht verraten) ist eine junge Frau und alte Bekannte in unserer Reihe KULTur im LeipzIGER OSTEN. Solo und mit Band, vielseitig und jetzt auch noch mit Liedern aus Herbst ganz speziell für Sie und viele Wochen vor dem offiziellen CD-Release.
Wer „Bester Fan der ganzen Welt“ werden möchte, hat auch heute und hier dazu Gelegenheit. Unser Tipp: Im Winter schon an den Herbst denken!

Termin:
Am 15. März 2014 ab 15:00 Uhr.
In der Eventhalle des Bestattungshauses Hoensch.
Waldbaurstr. 2 A in Leipzig
(hinter dem Parkplatz vom Netto-Einkaufszentrum).

Die Veranstaltungshinweis auf der website der Leipziger Buchmesse „Leipzig liest“.

Wir bitten um einen Unkostenbeitrag von 8 bzw. 5 Euro.
Aufgrund der zu erwartenden großen Resonanz empfehlen wir rechtzeitige Voranmeldung unter Tel. Leipzig 244 144 oder per e-mail kultur@hoens.ch.

(c)Texte: periplaneta.com und fraumitgitarre.de
Casus. 2014

Advertisements

Selbstbestimmt in den Tod.

Sterbehilfe.
Ein Wort, das so unkommentiert durchaus als Unwort des Jahres oder der Jahrtausende nominiert, gute Chance auf den Spitzenplatz hätte. Wenn, ja wenn da nicht eine Kommentarfunktion eingebaut worden wäre. Es ist eben kein so banales Wörtchen wie Liebe, Tod und Skiunfall.

Sterbehilfe ist Alltag. Fleischverspeisende Menschenkinder töten alles tierisch Essbare und haben dafür das entschuldigende Domestizieren erfunden. Löwen reißen Giraffen und verspeisen sie genüsslich, das As holen sich die Hyänen. In der Savanne, in der Natur. Im Zoo helfen die Pfleger ein wenig nach. Und im afrikanischen Nationalpark gehen deutsche Amststubensesselforzer auf Großwildjagd. Auch eine Form der Sterbeunterstützung.

Aber Sterbehilfe am Menschen? Eine moderne Form des Schierlingsbechers? Doch das ist fast 2400 Jahre her, als Sokrates seinen Tod frei entscheiden durfte.
Jetzt also die Belgier. Seit zehn Jahren dürfen Erwachsene in BeNeLux unter bestimmten Voraussetzungen über das Ende ihres Lebens selbst mitreden. Heute wird in Belgien diese Möglichkeit auf Kinder übertragen, die Altersschwelle abgeschafft. Ob sich der König wieder kurzzeitig für „regierungsunfähig“ erklären lässt, damit er dem Gesetz, das er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, nicht zustimmen muss, ist ungewiss. Möglich allerdings.

Was heißt schon selbstbestimmt?
Es gibt wohl kaum Kreaturen auf unserem Planeten, die in irgendeiner Form auch nur einen Hauch von Selbstbestimmung vor sich hertragen; auch wir Menschen bilden da keine Ausnahme.
Mit der Geburt, eigentlich sogar mit der Zeugung geht es los, wir haben keinerlei Einfluss darauf, was unsere Eltern, ob leibliche oder im Reagenzglas künstlich erzeugte, mit uns vorhaben. Wir können nicht über unser zukünftiges Geschlecht mit entscheiden und nicht darüber, ob wir im armen Afrika oder im reichen München regiert werden wollen. Lebenslang setzen sich Zwänge der „gesellschaftlichen Integration“ fort, wo bitte spricht man da von Selbstbestimmung.
Nicht einmal der Aussteiger, der ohne RTL-Begleitung in den Urwald auszog, um 7 auf einen Streich für das eigene Überleben zu töten, auch er geht permanent selbstunbestimmte Kompromisse ein. Schutzlos vor Regen oder glühender Sonne tötet er fremdes Leben für das eigene Wohlsein.

Ab heute Abend werden in Belgien als erstem Land weltweit Menschen aller Altersklassen frei entscheiden können, ob sie lieber qualvoll und unter dauernden Schmerzen weiterleben oder diesem unwürdigen Leben ein Ende setzen wollen.
Pro und Kontra spalten die belgische und sonstige Gesellschaft, die Katholische Kirche ist kaum zu vernehmen. Müsste doch gerade sie dem unperfekten Erdenleben das himmlische Paradies vorziehen.

Belgien könnte Geschichte schreiben und ich stehe hinter einer derartigen Gesetzgebung.
Wenn, wenn da nicht das Geschäft mit dem Tod wäre! – Wer garantiert, dass jetzt nicht auch jungen Menschen, Kindern, eingeredet wird, sie seien unheilbar, der Schmerz sein nicht temporär, Heilung ausgeschlossen. Nur um an Herz und Niere für den nächsten auf der Warteliste zu kommen?
In Zeiten, wo sich die Gesundheit und das Krankenhaus „rechnen“ müssen, in solchen Zeiten kann von Selbstbestimmung keine Rede sein. Und Sterbehilfe bekommt eine ganz andere Bedeutung.

Und vielleicht entwickelt sich hier und da ein Gesprächseingang zu aktuellen Themen am 6. März im Erwachsenenseminar bei Pfarrer Zemmrich im Markranstädter Land, wenn die Inhalte christlichen Vertrauens streiflichtartig nach einem bereits vorliegenden Themenplan bearbeitet werden – unter anderem auch 90 Minuten zu dem Thema „Sterben und Auferstehung aus christlicher Sicht“.

Offen ist das Seminar für alle, die sich über o.a. Inhalte informieren möchten, die als Getaufte Ihr Wissen auffrischen möchten, die sich mit der Absicht tragen, sich taufen zu lassen. (Pfarrer Michael Zemmrich)
(c)Casus. 2014