20 Jahre HOENSCH Bestattungsdienst!

Wir feiern – Sie feiern mit.

„So nah am Leben“ ist unser Motto.
So nah an den Menschen ist unser Prinzip.

Bestattungsdienst Hoensch

Bestattungsdienst Hoensch

Mit dem Gedanken Ihnen einen Ort bieten zu wollen, an dem Sie sich ohne zeitliche oder räumliche Einschränkung auf eine Art und Weise von Verstorbenen verabschieden können, die ihm oder ihr als Individuum gerecht wird, haben wir pünktlich vor dem Jubiläum in der Waldbaurstraße 2 A unseren neuen Firmensitz errichtet. Hier fördern wir die Praxis traditioneller und zum Teil vergessener Trauerrituale genauso wie die Beschreitung neuer Wege.

Sie könnem sich in unserem offenen Haus umfassend informieren und alles erklären lassen.
Wir sind auch zu Lebzeiten für Sie da.

Es erwarten Sie neben den modernen Räumlichkeiten eine kulturelle Umrahmung und auch für Speisen und Getränke ist gesorgt.

Termin:
Am 10. Mai 2014 ab 15:00 Uhr.
Bestattungshauses Hoensch.
Waldbaurstr. 2 A in Leipzig
(hinter dem Parkplatz vom Netto-Einkaufszentrum).

Der Eintritt ist natürlich frei!
Casus. 2014

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Das Tote im Pool.

Die Musik beruhigt. Entspannende Klänge liegen über der leicht sprudelnden Wasseroberfläche. Der Pool ist in wechselnde Farben getaucht. Der Organist muss wohl leicht eingedöst sein, als er diese Musik komponierte.
Ungeachtet dieser friedlichen Atmosphäre schwimmt das Tote im Bassin. Ich bin schon drauf und dran den Freundlichen von der ortsansässigen Kriminalpolizei zu rufen. Habe es mir dann doch anders überlegt, will mich nicht blamieren.

Es sind die oft kleinen aber ständig neuen Nichtigkeiten, die einen Bestatter am „Tatort“ entscheiden lassen ob Ja oder Nein. Jede Situation ist anders, nichts wiederholt sich, Routine Fehlanzeige.

Ich lege meine Kleidung ab und begebe mich vorsichtig ins glasklare Wasser. Stufe für Stufe. Mit jedem Schritt umschließt das Tote mich mehr. Trotzdem bleibt der Grusel aus. Im Gegenteil, es fühlt sich angenehm an. Bei 36 Grad Wassertemperatur auch kein Wunder.
Es muss auch gute Seiten an diesem Job geben.

Die Bademeisterin hatte mit dem freundlichen Hinweis die Tür hinter mir geschlossen, sie werde nach 20 Minuten nach mir sehen. Für den Fall, es gibt Probleme.
Gibt es aber nicht.

Tote haben die Eigenschaft, sich nicht mehr zu wehren. Sie sind willenlos, zumindest was die offensichtlichen Körperreaktionen betrifft. Von Lebendigen kann man das nicht unbedingt behaupten, jedenfalls von den meisten nicht.
Dabei ist es ein Irrglaube, Bestatter hätten immer mit Toten zu tun. Mitnichten.
90 Prozent unserer Zeit beschäftigen uns die, die alles noch vor sich haben. Genau aus diesem Grund haben wir ja auch nur 10 Prozent Ruhephasen. Schon seltsam.

Die 20 Minuten müssen gleich vorüber sein und ich erwarte die Angestellte.
Mit dem Toten habe ich mich arrangiert. Es wird weiterhin im Pool treiben. Nach mir die Sintflut und der nächste Badegast. Auch er möchte im aqua motion, im 36 Grad warmen Pool mit einem 10 prozentigen Salzgehalt für eine gute Viertel Stunde die Sinne treiben lassen.
10 Prozent Salz – das Tote Meer im Wellnessbereich.
Das Tote im Pool.
©casus. 2014

Unter Brüdern wär‘ das nicht passiert.

Der Tod und das Mädchen
(Eduard Claudius)

Das Mädchen:
Vorüber! Ach, vorüber!
Geh wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh Lieber!
Und rühre mich nicht an.
Der Tod:
Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
Bin Freund, und komme nicht, zu strafen.
Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen!

 

Mutti und Vati haben ihr Leben lang knochenhart gearbeitet.
Die Kindheit im Krieg verbracht, als Jugendliche aus Trümmern eine neue Heimat aufgebaut und als diese erste Früchte abwarf, haben verknöcherte Alte dem Land gesellschaftlichen Stillstand verordnet.
Man richtet sich ein in einer abgeschotteten, kleinen Welt. Abgeschottet von den Unbilden des geopolitischen Universums und abgeschottet von den zuckersüßen Bananenrepubliken.
Frag einen Affen auf seinem Planeten, was er unter Menschen vermisst hat?

Es sind die selbstverständlichen Alltäglichkeiten, mit denen man in meinem Beruf konfrontiert wird. Gestern, heute, sicher auch morgen.
Als die Bananen ins Land kamen, rückten in ihrem Schatten auch die lichtscheuen Elemente nach. Eine physikalische Binsenweisheit; je größer die Versuchung desto breiter der Schatten desto zahlreicher der Aufmarsch. In der zufriedenen Welt fegte plötzlich der verlockende Westwind, während sich kühle Ostwinde schon am Ural abregneten.

Neue Bedingungen schufen neue Belastungen. Die Eltern fühlten sich überfordert; das Misstrauen blieb, wuchs und gewann die Oberhand. Gegenüber den neuen Göttern, den neuen Lenkern, den neuen Verhältnissen und letztlich auch gegenüber den beiden Töchtern, die sich schneller zurechtfanden und die Eltern mitnehmen wollten. So hatten Haus, Hof und Garten keine Chance, mit hinüberzuwachsen. Der verordnete Stillstand wurde ungewollt übernommen und bis auf notwendige Erhaltungen konservierten sie das 60er-Jahre-Flair.
Erst als die biologische Schulmedizin ihr Recht einforderte, Mutti zog zu ihren Eltern, Vati ist allein zu Haus, erst dann sind sie wieder aktuell, die Ängste um das wenige Hab, das wenige Gut und das Danach. Doch der Wille verblasst. Das Fleisch lässt nicht los, der Geist aber wird schwach. Ein langes Leben droht einem kurzen Hauch zu erliegen.
Und nichts ist geklärt!

Den Töchtern hat er hinterlassen, Haus und Andenken zu bewahren. Doch Töchter sind Töchter und haben ihre Vorstellungen. Die Ältere stellt eigene Ansprüche zurück, hilft hier, tut da. Umsonst. Die Jüngere erliegt den süßen Verlockungen der Schattenkrieger.
Es kommt wie es kommen musste.

Unter Brüdern wär das nicht passiert.
©casus. 2014