Aus dem Alltag einer Bestatterin….

Ich, war geladen.
Nein nicht so wie sich das jetzt anhört, sondern vor Gericht als Zeugin.

An besagtem Tag machte ich mich auf den Weg, es war kalt, nass und grau. Alles passte zu meiner Stimmung. Wider Erwarten fand ich einen Parkplatz direkt vorm Eingang des Gerichtsgebäudes. Nach kurzer Suche, in welcher Etage und welchem Saal ich mich einzufinden hatte, machte ich mich auf den Weg. Erstaunlicher Weise wurde ich von allen Seiten freundlich begrüßt, lag es vielleicht daran, dass ich eine kleine Frau mit sonnigem Haar und Gemüt bin?

Angekommen im Wirrwar der Gänge nahm ich vorm Saal 0815 meinen Platz zum Warten ein. Allein, mutterseelenallein saß ich da und harte der Dinge, die da kommen sollten. Und sie kamen. In Form von Bürgern, die das Klischee eines Verbrechers voll erfüllten…

Im benachbarten Saal wurde eine Schießerei verhandelt, es fanden sich humpelnde, verbundene Herren jüngeren Alters ein. Polizisten mit Vorladungen, als Zeugen wedelnd, Mediziner mit Notarztprotokollen und plötzlich eine Heerschaar an zukünftigen Anwälten.

Unter letzt genannten entbrannte eine heiße Diskussion, auch lautstark, wer in welchem Saal als Zuschauer ein Anrecht innehatte. Das hing meines Erachtens nicht allein vom zu verhandelnden Fall – Saal 0815 ein nicht zahlungswilliger Auftraggeber und Saal 0110 Schusswechsel im nächtlichen LE – sondern auch von den Juradozenten ab. Der eine jung und gutaussehend, der andere erfahren und erfolgsverwöhnt.
Nichts desto trotz, mit verstreichender Zeit wuchs meine Nervosität, obwohl ich nix verbrochen hatte und NUR die Zeugin war.
Alles um sonst….

Sie fragen sich warum? Nun mein nicht zahlen wollender Hinterbliebener glänzte erneut mit Abwesenheit. Und so ging ich wie ich gekommen war, mit freundlich gelächelten Grußworten, von allen Seiten.

Und die Moral von der Geschichte – Nur Bares ist Wares. Und kleine Frauen mit sonnigem Haar haben es leichter im Leben.

Doreen.2015

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Kultur im Osten – Nadine und David im Duett am 27.11.2015

Wir laden ein:

Zerteiltes Leid

Literatur & Chanson
Nadine Maria Schmidt & David Wonschewski

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Sie im Duett sind ein intensives Live – Erlebnis. Wo er Geschichten schreibt, die anders sind, singt sie Lieder, die anders sind.
Beide gehen tief – tief in die Psyche und die Gefühlswelt von Menschen, die abseits der Gesellschaft stehen. Ihre Art des Vortrags ist dabei so emotional wie ihre Protagonisten höchstselber. Ihre Stimme flüstert, er brüllt, schlägt die Faust auf den Tisch und ist den Tränen nahe, sie gurrt, haucht, schreit, zerbricht. Sie leiden, wenn die Menschen in ihren Geschichten leiden, und werden wahnsinnig, wenn auch sie den Bezug zur Realität verlieren …
Nun präsentieren sie gemeinsam Wonschewskis dritten Roman „Zerteiltes Leid“:
Als Janusz Jaroncek wegen Mordes an seiner Jugendliebe Uta Wensch festgenommen wird, stürzen sich Mediziner, die Justiz und auch die Medien auf ihn und seinen Fall. Alles scheint eindeutig: Ein durchgedrehter Stalker bringt sein unerreichbares Opfer nach jahrelanger Observation um. Doch Jaroncek beteuert seine Unschuld. In den Verhören schweigt er zunächst, bis ihm plötzlich eine Beamtin vorgesetzt wird, deren Willen er sich nicht entziehen kann …
Es geht nicht um diesen Mord. Nein, es geht um mehr. Um viel mehr. Es geht um Liebe.

27. November 2015, Beginn: 20:00 Uhr | Einlass: ab ca. 19:30 Uhr
Wo: In der Konzerthalle der HOENSCH GmbH, Waldbaurstr. 2a, Leipzig-Schönefeld
Eintritt: 8,- bzw. 5,- € (auf Wunsch auch mehr, zugunsten der Künstler!)

Casus.2015